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St. Moritz spricht mit Kurator Oscar Humphries, der die Ausstellung von Künstler Sean Scully in St. Moritz kuratiert hat.

Einen Einblick in die Arbeit des Kurators, seiner Beziehung zu St. Moritz, zum Künstler Sean Scully und in seine zukünftigen Bestrebungen.

Sean Scully
„Ich denke, dass das Menschsein, eine Menge unausweichliche Tragik mit sich bringt. Doch egal wie stark wir es fühlen und uns seiner verführerischen Kraft ergeben möchten, es gibt mehr als sie. Ich denke, in meiner Arbeit gibt es viel Pathos, genau wegen der Schwierigkeit und der Komplexität dieser Beziehungen. Obwohl ich das verworfene Vokabular der ganzen Tragik nutze, handelt meine Arbeit von Intervention. Ich versuche, eine zu erschaffen, die uns Türen öffnet.“ Sean Scully
Oscar, du kennst Sean, welche Beziehung meint er in seinem Zitat deiner Meinung nach?
Oscar HumphriesEr meint vermutlich die Beziehung zwischen Formen und Farben. Zum Beispiel, den Konflikt von Formen nebeneinander, den Negativ- und Positivraum und die Befangenheit der Komposition. Scully’s Kunst repräsentiert den Kampf geometrischer Formen, diese wiederum seine eigenen Kämpfe, aber auch unsere Kämpfe wenn wir versuchen eine Beziehung zur abstrakten Kunst zu schaffen. Im Gegensatz zu, sagen wir, der Kunst von Max Bill, der sehr viel Interesse an geometrischen Formen zeigte, ist Scully’s Kunst emotionaler und lässt mehr Raum für menschliche Erfahrung. Er übersetzt den menschlichen Zustand, indem er die Kraft der Tragik benennt. Viele Künstler würden sagen, Kunst sei „anti-tragisch“ an sich, weil Künstler im Prozess ihrer Arbeit oft nach Freude und Leichtigkeit suchen. Wenn man grossartige Kunst macht, dann findet man sie auch. Es ist kein Zufall, dass der Titel der Ausstellung „Aeternum“, Latein für „Ewigkeit“ lautet. Scully’s Kunst ist ewig und das macht sie wiederum anti-tragisch.
Wie hat sich deine Arbeit, deine Karriere als unabhängiger Kurator entwickelt?
Oscar HumphriesGrossartig. Ich hab kürzlich eine Show von Künslter Richard Long in Mexico kuratiert. Ich kuratiere etwa fünf bis sechs Ausstellungen im Jahr. Ich habe ebenfalls 2019 das Nomad Event in St. Moritz kuratiert, eine sensationelle Kunst-Messe. Ich mag sie sehr und investiere gerne in die Kunst dort, habe mich aber entschieden, an solchen Plattformen nicht mehr auszustellen. Früher habe ich viele Ausstellungen an Messen und in kommerziellen Galerien gemacht, heute bevorzuge ich es, den Fokus auf Non-Profit Ausstellungen zu legen. Ich bin Marco Voena (Art Dealer und Mitinhaber der Gallerie Robilant + Voena) sehr dankbar, dass er diese Sean Scully Ausstellung unterstützt.
Was hat dich dazu bewegt, die Welt der grossen Messen zu verlassen?
Oscar HumphriesIch nehme mir lieber Zeit Räume und Plätze wie das Forum Paracelsus zu finden. Ich wünschte mir eine Verlangsamung in meinem Schaffen, mehr Qualität und Liebe zum Detail in den Ausstellungen. Die Besucher sollen geniessen dürfen und schätzen diese Art von Ausstellungen sehr. Den Künstler wiederum offeriere ich interessante Räume für ihre Kunst. Ob in St. Moritz oder Mexico City.
Was magst du an St. Moritz und warum hast du es gewählt für die Sean Scully Ausstellung?
Oscar HumphriesAls erstes natürlich den Zugang zu einzigartigen Räumen wie dem Forum Paracelsus. St. Moritz hat eine hohe Anzahl an Galerien und Museen und ist Heim und Besuchsort vieler SammlerInnen und KunstliebhaberInnen. Während in grossen Städten, Tausende an eine Show kommen, sammelt sich in St. Moritz eine kleine Gesellschaft, welche die Kunst aber umso mehr schätzt, liebt und auch Kunst sammelt. Die Kombination von Sport, Authentizität und die Fülle an Kunst und Kultur macht St. Moritz einzigartig auf der Welt. Das ist wirklich spannend. Man kann eine wichtige und grosse Ausstellung machen und die Besucherzahl ist klein, aber sehr dankbar, kultiviert und interessiert. Das ist interessant für Kuratoren und Aussteller.
Zum Schluss, was würdest du gerne gefragt werden?
Oscar Humphries“Würdest du hier leben wollen?”, wäre eine Frage, die ich mir stellen würde. Ja, das könnte ich mir gut vorstellen. Wenn ich eine Galerie betreiben würde, dann vermutlich hier in der Region. Ich würd mir einen Kuhstall oder einen Bunker suchen, einen interessanten Raum in interessanter Umgebung. Anders halt.
Vielen Dank für deine Zeit und dafür, dass du Sean Scully nach fast 10 Jahren wieder in die Schweiz und natürlich nach St. Moritz gebracht hast.
Oscar HumphriesMit Vergnügen.
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Sean Scully in seiner Ausstellung
Datum
Februar 2020
Text
St. Moritz
Fotos
Romano Salis