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Galleria Monica de Cardenas

Zuoz

Die Ausstellung von Claudia Losi erzählt von Aufbrüchen und Ankünften, von zurückgelegtem Weg auf der Erde: eine imaginäre und imaginierte Reise zur Beziehung zwischen Mensch und Natur im Allgemeinen und im Persönlichen. Die Wiederherstellung von Erdverbundenheit, in diesem äusserst fragilen Ökosystem, spricht für einen ungewohnten Identitätsbegriff, der einem Gefühl der Verbundenheit mit anderen Lebewesen entspringt. Losis Arbeiten sind Erzählungen zu Ursprüngen und zyklischen Veränderungen in der Natur, «Kristallisierungen» von Lebensmomenten zwischen Beständigkeit und Vergänglichkeit, die sich dem Auge des Betrachters im stillen Durchgang offenbaren, und Gelegenheit zum Verweilen und Nachdenken bieten.

Die von der Künstlerin verwendeten Materialien künden von geduldiger, langsamer Handarbeit: Eisen, Bronze, Holz, Seide, Keramik. Die Formen verbinden und überlagern sich; sie zeugen vom kontinuierlichen Entwicklungsprozess, der in der Natur herrscht: die Sfere (Sphären) aus Holz geben Äste und Zweige zu einem ewigen Tanz frei, und genauso dynamisch verhalten sich die Tierformen in den Hohlräumen der Vasen in Gesti Dentro (Innere Gesten). Sie laden dazu ein, sich eine Form von «Natürlichkeit» vorzustellen, in der die Lebewesen nicht nach Arten unterteilt sind.

Ihre Werke sind chorale und persönliche Geografien, in denen ein «ökologisches Handeln» zur Wiedergeburt des Gelebten oder auch nur Imaginierten führt: die Lingue foglia (Blattzungen) bringen kollektive Geschichten der Menschheit ans Licht, es sind kleine Theaterstücke mit Reise- und Jagdszenen, in denen die wechselseitige Beziehung zwischen Mensch und Tier die Hauptrolle spielt.

Das (dargestellte) Auge und der (durch Spiralen und Kreise angedeutete und beschworene) Blick sind häufig wiederkehrende Motive in Claudia Losis Schaffen. Poli Antarctici (Antarktische Pole), eine grosse, in geduldiger Teamarbeit gefertigte Stickerei, geht auf die Vorstellung einer grossen Wasserlilie zurück. In Gesti Dentro erinnern die aufeinander und in sich kollabierenden Vasen an Wasserstrudel, während die teils tiefblauen Glasuren im Inneren an Meereswellen denken lassen.

Am Ende finden wir das Schutzbedürfnis, das die Menschheitsgeschichte von Anfang an begleitet hat: Asking Shelter (Um Schutz bitten) sind unmöglichen Behausungen aus Rosenzweigen, aber auch die Dornenkronen (Le sue mani insegnarono pazienza / Seine Hände lehrten Geduld) und die Serie der in den letzten drei Monaten der Isolation Tag für Tag geschaffenen kleinen Amuleti (Amulette) sind Skulpturen, die als gute Omen und Träger positiver Energie fungieren. Im Überleben liegt Schönheit, und Hoffnung ist fruchtbar. Du musst deine Einstellung ändern, nicht den Himmel (animum debes mutare, non caelum), schrieb Seneca an Lucilius.


Claudia Losi ist 1971 in Piacenza geboren, wo sie lebt und arbeitet. Ausgestellt hat sie u.a. im MAMbo, Bologna, 2020, in der Ikon Gallery, Birmingham, 2019, Collezione Maramotti, Reggio Emilia, 2016, im MAXXI in Rom; MAGASIN, Grenoble; in der Royal Academy, London; Museo Marino Marini, Florenz und im Stenersen Museum, Oslo. 2007 nahm sie an der Sharjah Biennial und 2016 an der Hangzhou Triennial teil. Von 2004 bis 2011 entwickelte sie das «Balena Project» in dem sie einen Wahlfisch in Originalgrösse aus Stoff zusammennähte, der dann an verschiedenen Orten auf der Welt gezeigt und zuletzt in einer Performance auch wieder auseinander genommen und zu Jacken verarbeitet wurde. Das Projekt wird in einem Buch mit dem Titel The Whale Theory (Die Waltheorie) dokumentiert, das voraussichtlich Anfang 2021 erscheinen wird.

Öffnungszeiten
Offen: ab 13.09.2020 bis 21.11.2020 
nach Vereinbarung
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